Juli 29, 2021

Schulgarten

Unser Schulgartenkonzept

Das Gärtnern erfährt in den letzten Jahren einen richtigen Boom. Viele Menschen, besonders auch junge Erwachsene, finden (wieder) Spaß an der Arbeit im Garten und freuen sich an der Ernte und dem Genuss von eigenem, frischem Gemüse, Obst oder eigenen Kräutern.

Ein Schulgarten bietet mehr als nur die Versorgung mit gesunden, frischen Lebensmitteln, die regional und wohnortnah angebaut werden. Er ermöglicht vielmehr Schülerinnen und Schülern vertiefte Einblicke in grundlegende ökologische Zusammenhänge.

Das Wissen um die Gefährdung unserer Umwelt und die daraus folgenden Konsequenzen für die unterrichtliche Sensibilisierung werden an unserer Schule fächerübergreifen intensiv bearbeitet. Nicht zufällig hat unsere Schule den Schwerpunkt „Ökologie“ gewählt.

Bei der Unterrichtsplanung stehen wir immer wieder vor der Frage, was ist besonders bedeutsam für die Entwicklung unserer Kinder, was aus der Fülle der Problemfelder ist dem Kenntnis- und Entwicklungsstand angemessen?

Die Themenfelder sind umfassend: Biodiversität, ökologische Landwirtschaft, Glyphosat, Regionalität, Kompostierung, Energiegewinnung durch Pflanzenstoffe, Abholzung, Erderwärmung, Wassermangel, Klimaerwärmung um nur einige Beispiele zu nennen.

Seit 2012 verfügt unsere Schule dank der finanziellen und tatkräftigen Mithilfe, Förderung und Unterstützung unseres Fördervereins über einen eigenen Schulgarten. Er liegt nahe am Rheindamm und wurde angemietet unter der Flurnummer 13/3 Nr. 40/41.

In den bald 10 Jahren des Bestehens haben sich sowohl Garten AGs, einzelne Klassen, aber auch Schüler-Eltern-Lehrer-Treffen um die Gestaltung des Schulgartens in seiner heutigen Form beispielhaft verdient gemacht. Folgende Projekte sind daraus erwachsen:

1. Alle Schülerinnen und Schüler sollen einmal während ihrer Schullaufbahn exemplarisch den Weg vom Samenkorn bis zur fertigen Pflanze und nach der Ernte Möglichkeiten der Weiterverarbeitung kennenlernen. Bsp. Tomate (vom Samen zum Ketchup), Kartoffel..

2.) Alle Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Anbauformen kennenlernen, um eigenständig und in Abhängigkeit von der Wohnsituation pflanzen zu können. Hierzu gehören der Bau von Hochbeeten, Kistengärten oder „einfachen“ Beeten.

3.) Alle Schülerinnen und Schüler sollen die Lebewesen kennen und bestimmen können, die in unserem  Schulgarten wohnen. Lebewesen unter der Erde, auf der Erde, über der Erde und in den Teichbecken.

4.) Alle Schülerinnen und Schüler sollen Verfahren der Wiederverwendung von Rohstoffen kennenlernen. Dazu gehört u.a. das Kompostieren von „Abfall“ oder die Herstellung von Bio-Kohle/terra preta. Ziel muss es sein, alle Nährstoffe dem Garten wieder zuzuführen.

5.) Alle Schülerinnen und Schüler kennen den Jahreskreislauf gekennzeichnet durch Ferien, kirchliche Feste und die Veränderungen in der Natur. Ein solcher Kreislauf findet sich auch in unserem Schulgarten mit ganz unterschiedlichen Aufgaben wieder.

6.) Alle Schülerinnen und Schüler sollen Möglichkeiten der Verarbeitung von Geerntetem gezeigt werden. Apfelsaft, Walnußöl, Kirschkuchen, Marmelade …sind nur ein paar Beispiele für die in den letzten Jahren durchgeführten Einheiten und Projekte.

7.) Ein Schulgarten ist ein dynamisches System, das von den Ideen ihrer Gärtner lebt. So entstanden ein Insektenhotel, diverse Hochbeete, ein Kistengarten, der Zaun, ein Brunnen, Kompostbehälter, Vogelhäuser, ein Schlafplatz für Igel, Teiche, ein Toilettenhaus…

8.) Bisher sind auf diese Weise entstanden: Pflanzmöglichkeiten (Hochbeete, Kistengarten, Feld), Teiche, eine Streuobstwiese, ein abgetrennter Wiesenteil für die Insekten (wird nur 2x im Jahr gemäht), eine Rebstockzeile, ein Kräuterbeet, diverse Blumen.

9.) Ein Schulgarten erdet in besonderer Weise. Während der Unterricht in vielen Fächern stark kognitiv dominiert wird, gilt im Schulgarten das Prinzip: Vom Greifen zum Begreifen. Wir pflanzen, gießen, ernten mit unseren Händen und helfen uns dabei gegenseitig.

10.) Ein weiterer Aspekt, der im Zusammenhang mit einem Schulgarten noch erwähnt werden soll, ist die Möglichkeit, hier grundlegende Erfahrungen über die Arbeit im Garten- und Landschaftsbau zu gewinnen.

11.) Neben diesen allgemeinen Ausführungen gibt es eine Fülle weiterer und speziellerer Aufgaben wie den Bau von Kompostbehältern, die Bodenuntersuchung, die Analyse des Kompostbehälters hinsichtlich Temperatur, Bewohner und Wassergehalt usw.

Dies alles zu ermöglichen haben sich die Kolleginnen und Kollegen Irina Langolf, Lara Rothmann, Kathrin Langer, Caro Buchert, Willi Sturm und Patrick Pusch zur Aufgabe gemacht. Weitere interessierte Schüler, Eltern, Lehrer sind herzlich willkommen.